Ausgewählte Publikationen und Forschungsprojekte

Politische Internet-Memes – Theoretische Herausforderungen und empirische Befunde
Herausgeber: Lars Bülow & Michael Johann

Internet-Memes sind ein noch junges Textphänomen der Sozialen Medien. Die oft multimodalen Texte werden zum Beispiel auf Twitter und Facebook massenhaft geteilt, adaptiert und verbreitet. Viele User nutzen das persuasive und partizipatorische Potenzial von Internet-Memes, um den politischen Diskurs mitzuprägen. Politische Internet-Memes sind also ein hochrelevanter und anwendungsorientierter Forschungsgegenstand (Stichworte: virales Marketing und Fake News). Dieser Band versammelt erstmals deutschsprachige Beiträge aus der Sprach- und Kommunikationswissenschaft, in denen diese Memes aus theoretischer und empirischer Perspektive betrachtet werden. Er bündelt erste vielversprechende Ergebnisse der interdisziplinären Forschung zum Thema sowie Desiderata für die Zukunft des neuen Forschungsfeldes.

Gewalt im Diskurs: Soziale Medien als Radikalisierungsplattform für Proteste gegen Geflüchtete in Bremen, Halle und Stuttgart
Autoren: Anne Leiser, Prof. Dr. Özen Odağ & Prof. Dr. Klaus Boehnke

Die Bedeutung der sozialen Medien für die Entstehung, Formierung und Wirkung politischer Proteste und Gewalt wird seit geraumer Zeit heftig diskutiert. Die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Auftrag gegebene Studie «Soziale Medien als Radikalisierungsplattform für Proteste gegen Geflüchtete» sollte im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse prüfen, ob sich Zusammenhänge zwischen der Nutzung sozialer Medien und der Intensität von Protesten gegen Geflüchtete mit sozialwissenschaftlichen Methoden ermitteln und belegen lassen. Die Studie befasst sich mit Online-Protesten gegen Geflüchtete und mit der Frage, wie viel Radikalisierungspotenzial in Diskursen steckt, die in den sozialen Medien geführt werden, und ob dieses Potenzial auch in Formen kollektiver Gewaltaufrufe seinen Ausdruck findet.

Neue Medien und politischer Extremismus im Jugendalter: Die Bedeutung von Internet und Social Media für jugendliche Hinwendungs- und Radikalisierungsprozesse
Autoren: Prof. Dr. Klaus Boehnke, Prof. Dr. Özen Odağ & Anne Leiser

Das Ziel der vom Deutschen Jugendinstitut beauftragten Expertise bestand darin, den Erkenntnisstand zum Thema Internet und Radikalisierung, insbesondere im Hinblick auf junge Menschen und social media, systematisch aufzuarbeiten und Lücken in der wissenschaftlichen Literatur aufzudecken. Dabei wurde der Forschungsstand zur rechtsextremen Szene im Internet nach- gezeichnet und der Forschungsstand im Hinblick auf Dschihadismus im Internet. Darauf folgt eine Zusammenfassung der Befunde zu Mediennutzungsmotivationen und -gratifikationen junger Menschen allgemein.

Junge Rechtsradikale im Strafverfahren – Auflagen und Weisungen: Möglichkeiten und Grenzen in der Deradikalisierung
Autor: Bernd Wagner

Der Rechtsradikalismus beschäftigt den Rechtsstaat und mithin den Sozialstaat in nicht unerheblicher Weise. Es ist sinnvoll, schon in frühen Stadien der rechten Radikalisierung durch staatliches Handeln einzuwirken, um die Radikalisierung abzubrechen, eine (politisch) kriminelle Karriere zu verhindern und Gruppen in ihre rechtlichen Schranken zu weisen. In diesem Projekt wurden deshalb zur Wirksamkeit der juristischen Instrumente Erfahrungen dargelegt, die in der Strafrechtsprechung gewonnen wurden und durch Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene bewertet wurden.