Campus Seminar 2007

 

 

 

                            "Lissabon & Co. -

  Die europäische Dimension unserer Arbeitswelt"

 

 

Zweitägiges Seminar von Stipendiaten für Stipendiaten der Heinrich-Böll Stiftung

auf dem CAMPUS in Bad Bevensen, 31. Juli und 1. August 2007

 

 

 

 

 

Beschreibung und Ablauf des Seminars:

Die Gestaltung der Arbeitswelt hängt immer mehr von Entscheidungen und Prozessen ab, die den nationalstaatlichen Rahmen überschreiten. Dies gilt ganz besonders für die Mitgliedsländer der Europäischen Union, was nicht zuletzt in der berühmt-berüchtigten Zielformulierung des Europäischen Rats von Lissabon aus dem Jahr 2000 zum Ausdruck kommt, wonach Europa bis zum Jahr 2010 der wettbewerbfähigste und dynamischste Wirtschaftsraum der Welt werden soll, fähig zu nachhaltigem wirtschaftlichen Wachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und größerem sozialen Zusammenhalt.
Auch wenn diese Lissabon-Formel heute eher zum Symbol für die Realitätsferne und Selbstüberforderung europäischer Politik geworden ist, darf ihre praktisch-politische Wirkung nicht unterschätzt werden. Denn mithilfe neuer Politikansätze und Steuerungsinstrumente dringt die Europäische Union immer stärker in Bereiche vor, die bislang außerhalb ihres Kompetenzbereichs lagen. Dies gilt vor allem für den Bereich der Beschäftigungspolitik, in dem die Europäische Union immer mehr zur Stichwortgeberin für die nationalen Beschäftigungsstrategien wird. Außerdem wurden im Zuge der Verwirklichung eines Gemeinsamen Markts viele Mobilitätshürden und Beschäftigungshindernisse abgebaut, so dass Europa immer mehr zu einem gemeinsamen Wirtschafts- und Sozialraum zusammenwächst.

In diesem Seminar haben wir ausgehend von den individuellen Erfahrungen und Vorstellungen der Teilnehmer/innen und nach einer historischen Verankerung des Arbeitsbegriffs in modernen nationalstaatlich gerahmten Gesellschaften die besondere „europäische" Dimension unserer Arbeitswelt in den Blick genommen. Dabei haben wir uns vor allem mit der europäischen Beschäftigungsstrategie, den damit verbundenen beschäftigungspolitischen Leitlinien und gegenwärtig dominierenden Leitbegriffen auf europäischer Ebene wie z.B. 'Employability' oder 'Flexicurity' auseinandersetzt. Im weiteren Verlauf des Seminars haben wir die Umsetzung der Beschäftigungsstratgie sowie die Ziel- und Leitvorstellungen einer europäisierten Arbeitswelt anhand von zwei Bespielen ausführlicher analysiert und kritisch hinterfragt: Eines der beiden Bespiele war die Durchsetzung des explizit formulierten Ziels der Gleichstellung von Mann und Frau im Arbeitsleben; das zweite Bespiel war das Thema Migration und Mobilität in Europa, vor allem in Bezug auf Arbeitnehmerfreizügigkeit und die vielfach noch bestehenden Hürden bei der Integration in den Arbeitsmarkt in Europa.

 

Methoden:

Biographische Zweiergespräche, Kleingruppendiskussionen, Inputreferate mit Diskussionen, Lektüre mit anschließenden Kurzpräsentationen der Teilnehmer/innen, interaktive Argumentationsübung als Abschlussdiskussion

 

 

Impressionen aus dem Seminar

"Employability, Flexicurity, Cross-border Mobility..." Ein Teilnehmer bei der Lektüre offizieller EU-Dokumente.
Sina (l.) und Nadya (r.). Zwei Seminarleiterinnen vom Böll-Kolleg bei der Arbeit...

 

 

Susanne vom Böll-Kolleg (r.) und zwei Teilnehmerinnen bei der Lektüre...
"Ob ihr wirklich richtig steht..." - Sebastian (2.v.l.) führt in die Abschlussdiskussion ein.

 

 

 

Einige Ergebnisse aus dem Seminar

Die Beschäftigungspolitischen Leitlinien der EU
Das "Employability"-Konzept
Das "Flexicurity"-Modell
Ablauf der offenen Methode der Koordinierung

 

 

Brainstorming zu "Arbeit und Leben"